Achthüfner - Irrenhäusler - Laubenpieper
650 Jahre Wittenau

Wittenau, ein Ortsteil von Reinickendorf, feiert im Sommer 2001 sein 650jähriges Jubiläum. Anlass ist die erste verbürgte urkundliche Erwähnung des Ortes, der damals noch Dalldorf hieß und sich unter der Oberherrschaft des Klosters Spandau befand.
Die Ausstellung will die Entwicklung dieser ehemals bäuerlichen Siedlung bis zu heutigen Zeit nachvollziehen.

Im ersten Teil der Ausstellung im Heimatmuseum Reinickendorf wird auf die Vor- und Frühgeschichte sowie auf einstige Siedlungsformen bis zum 30jährigen Krieg eingegangen. Manche der Ausgrabungsfunde auf dem heutigen Terrain des Märkischen Viertels zeugen von sehr frühen Siedlerspuren und lassen beispielsweise Rückschlüsse auf Bestattungsriten der Bronze- oder Eisenzeit zu.

Der zweite Teil der Ausstellung im Rathaus Reinickendorf beginnt im 17. Jahrhundert. Schwerpunkt der weiteren chronologischen themenorientierten Darstellung, die sich vorrangig über historische Fotografien und Dokumente erschließt, ist nicht nur das Leben rund um den Dorfanger.
Zwar beeinflußten zunächst noch die Bauern mit ihrem Hufenbesitz das Dorfgeschehen. Spätestens Ende des 19. Jahrhunderts bestimmten aber auch andere Faktoren die Entwicklung der Gemeinde: Die Ansiedlung der "Städtischen Irren- und Idiotenanstalt", der Zuzug großer Industriebetriebe und die zunehmende Anbindung an die Stadt Berlin veränderten den Charakter des Dorfes. Bis heute prägend für das Bild Wittenaus sind zudem zahlreiche Wohnsiedlungen. Neben den Laubenkolonien trugen sie in den 20er Jahren zu einer Bevölkerungsexplosion des Ortes bei. Der historische Rückblick wird abschließend mit den Themenkoplexen Märkisches Viertel und Wohnquartiere der französischen Alliierten abgerundet. Auch sie bestimmen das Profil Wittenaus in der heutigen Zeit.

Dr. Cornelia Gerner, Leiterin des Heimatmuseums

zur Startseite

© ITG-AG der 9. Klassen 1998/99
W.-G. Blümich, , Stand: 04.07.2001