1987
- Helke Dittrich, 25 Jahre, versteckte sich im Inneren
zweier aufeinandergelegten innen hohlen Surfbrettern. Ihr Freund Ulrich Werner,
27 Jahre, fuhr den Renault Fuego, auf dessen Gepäckträger die Bretter
geschnallt waren, sicher über die Grenze. Flucht war gelungen!
Die Mauer wird gebaut!
15.August.1961
- Der erste Volksarmist sprang über die Grenze
(Stacheldraht). Dabei wurde er zufällig fotografiert und dieses Foto ging um die
Welt.(Viele DDR-Bürger wurden daraufhin Grenzsoldaten mit der Hoffnung größere
Chancen zur Flucht zu haben.)
23.November.1961
- „Verspätung in Marienborn“
Ein
20jähriger sprang auf einen US-Militärszug auf, er zerschlug die Scheiben und
bat andere Mitfahrer um Hilfe und Unterstützung. Die Sowjets merkten dies sofort
und wollten den Zug durchsuchen. Erst nach 16Std. Aufenthalt in Marienborn
übergab die US-Militärskommission nach langen Diskussionen mit den Sowjets den Mann an sie. Die Flucht war
mißlungen.
18.April.1962
- Klaus Brüske wollte seinen mit Flüchtlingen beladenen LKW
durch die Grenze hindurchfahren. Im hektischen Kugelhag en, wurden sie festgenommen.
17.August.1962
- Peter Fechter, 18 Jahre, will über die Grenze fliehen und
wird angeschossen. Er liegt 50min. im Graben und winselt um Hilfe, bis er
schließlich verblutete, weil niemand ihm half (eine Frau warf ihm ein
Verbandspäckchen hin, aber er war zu schwach es zu ergreifen). Später wurde er
tot weggetragen. (das Volk war sehr aufgebracht über diesen Vorfall
und bewarf die Grenzposten mit Steinen).
1962
- Ein Mann ließ sich von einer Freundin eine Uniform aus
der BDR schicken – sie saß perfekt. Er studierte den sowjetischen Gruß, bis er
auch den perfekt konnte. Schließlich maschierte er einfach so in den
Westen.
12.Mai.1963
- 12 Ostberliner versuchen mit einem BVG-Bus die Grenze zu
durchfahren. Sie kommen in den Kugelhagel und halten an – sie geben auf. Vier
von ihnen sind schwer verletzt. Die Flucht scheitert.
17.September.1963
- Ein Postangestellter flüchtet mit zwei Freunden in einem
Lastwagen. Sie rasen durch drei Stacheldrahtzäune und prallen gegen die
Eingangstür eines Westberliner Hauses. Diese Flucht gelingt.
1964
- Im kleinsten Automobile „Isetta“ verstecken sich neun
Flüchtlinge, wo sonst Heizanlage und Batterie sind. Die Flucht gelang, weil
niemand diesen Autotyp kontrollierte, da es unmöglich schien dort Personen
zu verstecken.
1964 -1969
- Kurt Wordel schleuste in seinen drei PKW `s vom Typ VW
1200 insgesamt 400 Personen über die Grenze. Sie hielten sich im Kofferraum oder
in ausgebauten Seitenverstecken auf.
1964
- Die größte Massenflucht gelang in einem selbstgegrabenen
Tunnel, dieser war 45m lang und verlief in 12m Tiefe. Der Einstieg war ein
Toilettenhaus im Hinterhof von Ost- Berlin und der Ausstieg war im
Keller einer ausgedienten Bäckerei (vom Initiator gemietet) in West-
Berlin.
Nach einem halben Jahr harter Arbeit konnten schließlich 57 Menschen
durch diesen Tunnel fliehen.
09.September.1968
- Bernd Böttger, 28 Jahre, baut sich aus einem
Fahrradhilfsmotor ein Mini- U- Boot und ließ sich damit durch die Ostsee nach
Dänemark ziehen (25km in 5Std.). Von einer westdeutschen Firma wird der Erfinder
sofort eingestellt, um ein Serienmodell zu entwickeln, das für die
Rettungsdienste eine Revolution werden sollte.
1970
- Ein Franzose bastelt seiner Braut ein Versteck aus zwei
Koffern. Der Franzose und seine Freunde fuhren mit dem Zug Richtung Westen. Die
Freundin stieg zu und kroch in ihr Versteck, wo sie 70min. verweilen
mußte, bis sie alle im Westen waren.
1971
- Ein 24 jähriges Mädchen stieg, während eines Umzugs eines
Bekannten in den Westen, in seine Musiktruhe. Durch einen glücklichen Zufall
wurde sie an der Grenzkontrolle übersehen. Niemand wußte
von ihrer Aktion, welche gelang.
1977
- Der holländische Sänger Theodorus Kerk, welcher überall
sehr beliebt war, wollte seiner Freundin Renate Hagen helfen in den Westen zu
kommen. Er versteckte die Artistin in einer der Lautsprecherboxen. Die
Grenzposten achteten nicht auf die Boxen, da der Mann sehr berühmt war, und die Flucht gelang.
1979
- Zwei Familien flohen in einem Heißluftballon in den
Westen. Der Erbauer eignete sich alle Kenntnisse allein durch Fachliteratur an
und testete selbst verschiedene Stoffe und Brennmaterialien. In 28min. legten sie
40km zurück und erreichten sicher ihr Ziel.
Allgemeines:
-In einem Haus in der Bernauer Straße genau an der Grenze zu
West will eine alte Frau aus dem Fenster
flüchten und es ergibt sich ein Gedränge zwischen Ost- und
Westpolizei, während die Frau in der Luft hängt.
Ein Ostpolizist feuert eine Rauchpatronesab, wodurch die Frau fallengelassen
wird und im Westen stirbt.
-Dieter Jentzen, ein 25 jähriger Volksarmist, sprang aus 8m Höhe
in den Westen. Er zog sich schwere
Fußverletzungen zu und lag 2 Jahre im Westen im Krankenhaus.
-Bei Heringen flüchteten drei Volksarmisten mit ihrem Panzerspähwagen.
Sie waren schwer bewaffnet.
Sie wußten wo die ausbesserungsbedürftigen Stellen an der
Grenze waren und rasten so durch den Stacheldraht
in den Westen.
-Ein Artist hangelte sich mit Hilfe eines Holzgestelles an einer 11000
Volt geladenen Hochspannungsleitung
entlang nach Westen. Dort sprang er aus 12m Höhe und brach sich
beide Arme, jedoch war die Flucht
gelungen.
-Ein anderer Mann versteckte sich im Bauch einer Plasikkuh, welche
als Ausstellungsstück in den Westen
transportiert wurde. Der Mann blieb unbemerkt und seine Flucht gelang.
-Ein 23jähriger Mann schmuggelte seine 17jährige Freundin
in einer Kabeltrommel in den Westen .
Die Flucht war gelungen, jedoch kehrte das Mädchen auf das Bitten
und Drängen seiner Eltern wieder zurück
in den Osten. Für sie hatte der Vorfall keine Konsequenzen, jedoch
war somit das Fluchtmittel aufgedeckt.
-Vielen Menschen sten. Für sie hatte der Vorfall keine Konsequenzen,
jedoch war somit das Fluchtmit
beim Mauerbau von seiner Frau getrennt. Er suchte sich im Westen eine
Freundin, die seiner Frau zum
verwechseln ähnlich sah. Als die beiden einen Ausflug in den Osten
machten, stahl er ihr die Papiere, gab sie
seiner Frau und zusammen gingen sie in den Westen. Jedoch flog dieser
Schwindel auf, da die Eltern der
Freundin damit zur Presse gingen. Die Frau wurde wieder in den Osten
geschickt und der Mann kam für
7 Monate ins Gefängnis.
-Als die Fluchtwellen immer größer wurden, ließ man
Metallspitzenmatten am Boden Mauer angrenzender
Häuser und Gewässer auslegen, wodurch es zu vielen schweren
Verletzungen kam. Ein Taucher jedoch
„operierte“ mal ein Stück dieser Matte heraus, wodurch etwa 14
Personen die Flucht unter Wasser gelang.
§ 254- Fahnenflucht
- Dieser galt nur für Angehörige des Militärs.
Man beging Fahnenflucht, wenn man die Dienststelle, die
Truppen oder einen anderen für sich bestimmten Aufenthaltsort verließ oder ihm
fernblieb, um sich dem Wehrdienst zu entziehen. Die Folge waren 1-6 Jahre Haft,
in besonders schweren Fällen auch 2-10 Jahre Haft. Besonders schwere Fälle
waren, wenn von mindestens zwei Personen Fahnenflucht durchgeführt wurde, man
die DDR verlassen oder in ihr bleiben wollte. Vorbereitung und Versuch der Fahnenflucht waren strafbar.
§ 213- ungesetzlicher
Grenzübertritt
- Das widerrechtliche Verlassen des
Staatsgebietes der DDR wurde mit 1-2 Jahren Haft (auch auf Bewährung), einer
Geldstrafe oder einem öffentlichem Tadel bestraft. In schweren Fällen gab es
auch 1-5 Jahre Haft, aber nur wenn Grenzanlagen beschädigt wurde, Werkzeuge
mitgeführt oder benutzt wurden, wenn Ausweise oder Grenzüberschrittsdokumente
gefälscht oder mißbraucht wurden oder wenn man deswegen schon vorbestraft war.
Vorbereitung und Versuchdessen war strafbar.
-ab 1986 einige Veränderungen in § 213
- Es galt als Gesetzesverstoß, wenn man die Staatsgrenze
widerrechtlich passierte oder nicht fristgemäß in die DDR zurückkehrte.
Vorbereitung und Versuch waren strafbar. Die Folge waren bis zu 2 Jahre Haft und
in schweren Fällen 1-8 Jahre Haft. Der Vorbereitung konnte man angeklagt werden,
wenn man mit dem Gedanken spielte die DDR zu verlassen und diesen in irgendeiner
Form festhielt/aussprach oder wenn man im Sperrgebiet erwischt wurde. Wenn man
auf einen Grenzer schoß oder sich mit anderen Waffen gegen die Festnahme wehrte,
konnte dies zu lebenslanger Haft führen.
§ 105- staatsfeindlicher
Menschenhandel
- Jemand, der Bürgern der DDR half
in außerhalb des Staates liegende Gebiete zu gelangen, sie verschleppte,
ausschleuste oder deren Rückkehr verhinderte, wurde mit mindestens 2 Jahren Haft
bestraft, in schweren Fällen konnte man auch lebenslänglich bekommen. Alles in allem sind viele Fluchten gelungen und gleichzeitig wurden
viele Opfer gefordert.
Ein großes Problem war, dass wenn eine
Flucht scheiterte gleichzeitig auch ihre Methode/Fluchtmittel bekannt wurde und
somit das Sicherheitssystem und die Kontrollen an Grenzen aber auch allgemein
verschärft wurden und es im Laufe der Zeit immer schwieriger wurde zu flüchten.
Aber in der Notsituation waren die Menschen am kreativsten und mutigsten. Aber
ohne die Hilfe und den Schutz der West- Berliner/- Polizei/- Grenzsoldaten wären
mehr Flüchtlinge gescheitert. Denn kaum stand man mit beiden Beinen im Westen
konnte man sofort Sicherheit und Unterstützung erwarten.