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Doch bereits vor dem Mauerbau belog die DDR-Führung ihre Bürger in dieser Frage, als erste Gerüchte bezüglich eines bevorstehenden Mauerbaus auftraten. Berühmt geworden ist wohl das Zitat Walter Ulbrichts, das hier im Wortlaut aufgeführt ist :
"Ich verstehe Ihre Frage so, daß es Menschen in Westdeutschland
gibt, die wünschen, daß wir die
Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine
Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, daß
solche Absichten bestehen, da sich die Bauarbeiter der
Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau
beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt
wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu
errichten."
(Walter Ulbricht auf einer internationalen Pressekonferenz
am 15. Juni 1961)
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In dem Beschluss des DDR-Ministerrats
vom 12. August 1961 wird der Mauerbau als notwendig zu Erhaltung des Friedens
gerechtfertigt. Außerdem wird der Bundesrepublik revanchistisches
und militaristisches Verhalten vorgeworfen. Die Bonner Politik sei die
Fortsetzung der "aggressiven Ziele des faschistischen deutschen Imperialismus
zur Zeit des Dritten Reiches". Die BRD sei ferner ein "Satellitenstaat"
der Vereinigten Staaten.
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Außerdem wird der BRD vorgeworfen, in West-Berlin die Bestimmungen
des Potsdamer Abkommens gebrochen zu haben, obwohl es ein völkerrechtlich
verbindliches Abkommen dort nie gegeben hat. Die Bundesrepublik plane sogar
einen Bürgerkrieg zu dem Zweck, ganz Deutschland dem Machtbereich
der NATO einzugliedern. West-Berlin wäre dabei eine Speerspitze im
Fleisch der DDR. Militärisch wäre es natürlich absurd, von
einer Enklave, wie sie West-Berlin darstellte, einen Flächenstaat,
wie die DDR anzugreifen.
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Die SED gab ein Propagandaheft mit dem Titel "Da schlug's 13" heraus, in dem der Mauerbau als Sieg der Arbeiterklasse über den revanchistischen Westen gefeiert wurde. Es sollte wohl eben diese Arbeiterklasse ansprechen und sie von den positiven Aspekten der Mauer überzeugen :
"Am 13. August 1961 haben die friedliebenden Berliner eine Schlacht um den Frieden gewonnen. Die Kampftruppen der Berliner Arbeiterklasse setzten der Wühltätigkeit der in Westberlin stationierten Agentenzentralen, Menschenhändler und Revanchistenorganisationen gegen die DDR gemeinsam mit den Genossen der Nationalen Volksarmee und den Genossen der Deutschen Volkspolizei in der Hauptstadt der DDR ein Ende. "
Auch mit Angriffen an die Adresse Westberlins, der Bundesrepublik und Amerika wurde nicht gespart :
"Geschlagen wurden die Kräfte des Krieges und der Reaktion. Der Sieg wurde errungen von den liebenden Deutschen, von den guten Deutschen, über die Bonner Ultras und deren Handlanger in Westberlin. Gescheitert ist die Kriegspolitik der USA. Wir sagen: "Ami, go home". "
Selbstverständlich sprach die Propaganda vom Willen des Volkes, obwohl nur wenige den Maßnahmen wirklich zustimmen. Die meisten durchschauten die Versuche des Politbüros, das Einsperren des Volkes als positiv darzustellen.
März 1960 bis
Oktober 1989 insgesamt 1.519 Mal ausgestrahlt wurde. Die als Magazin angelegte
Sendung war als polemische Konterpropaganda gegen die Medien des Westens
konzipiert und sollte die Verlogenheit der westlichen Politik am Beispiel
des Westdeutschen Fernsehens entlarven. Die Sendung wurde maßgeblich
durch die Redaktion und Moderation des Chefkommentators des DDR-Fernsehens,
Karl-Eduard v. Schnitzler, geprägt. Der Sendeplatz war ursprünglich
gut gewählt: Montags, nach Aktueller Kamera und dem allseits beliebten
UFA-Montagsfilm mit Hans Moser, Theo Lingen oder Marika Rökk, flimmerte
das Magazin von 21:30 zwanzig bis dreißig Minuten über die Bildschirme.
Damit demonstrierte das Fernsehen der DDR mit seinem Chefkommentator von
Schnitzler die dem Schwarzen Kanal beigemessene Bedeutung.
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Der Sendeablauf war immer ähnlich: Zuerst stimmte von Schnitzler,
verantwortlicher Redaktuer und Kommentator, nach dem
Vorspann die Zuschauer mit allgemeinen Kommentaren, aber auch gezielten
Beurteilungen der Ereignisse der vergangenen Woche, auf die jeweilige Sendung
ein. Dann folgten mehrere Filmbeiträge, die in der Regel Ausschnitte
aus ARD- und ZDF-Sendungen (wie z.B. des Internationalen Frühschoppen,
des Auslandsjournals oder Kennzeichen D) enthielten und meist aus dem Off
kommentiert wurden. Dabei folgte die Sendung einem bestimmten Schema: Die
Filmbeiträge, oft verkürzt oder neu geschnitten, wurden nicht
selten in ihren Aussagen verändert oder ganz aus dem jeweiligen Zusammenhang
gelöst. Vom Konzept her sollte also der Schwarze Kanal die Verlogenheit
der westdeutschen Medien entlarven und mit eigenen Mitteln schlagen.