Unser Besuch im Kloster Alexanderdorf
Am Freitag, den 6. Juni machten wir uns schon sehr früh auf den Weg, um ins Hl. Gertrud Kloster im Alexanderdorf zu fahren. Wir trafen uns also um 5:45 Uhr an der Schule und kamen um 7:00 Uhr dort an. Noch machte sich Müdigkeit breit, doch nach der Morgenmesse war doch der größte Teil beeindruckt und vergaß den wenigen Schlaf. Schon zu dieser frühen Tageszeit war es schon sehr beeindruckend. Erst einmal so früh eine Messe mitzuerleben und dann in einem Stil, wie wir ihn erlebt haben. Eine Messe mit rund 20 Nonnen schafft eine ganz andere Atmosphäre.

Danach nahmen wir ein kleines Frühstück zu uns und begaben uns in die jeweiligen Gruppen, in denen wir auf verschiedenen Stationen etwas über das Klosterleben erfahren konnten. So lernten wir etwas über die Regula Benedicti (Benediktinischen Regeln), Paramente, die Geschichte und Benediktinisches Leben und den gregorianischen Choralgesang.
Die benediktinischen Regeln gaben uns einen Einblick, nach welchen Regeln man früher und heute in diesem Kloster lebte und lebt. Allerdings muss man dazu sagen, dass sich diese Regeln im Laufe der Jahre ein bisschen geändert und sich der heutigen Zeit angepasst haben. Auf der Station „Paramente“ musste uns erst einmal der Begriff an sich erklärt werden. Paramente sind kunstvoll bestickte liturgische Gewänder, die früher handbestickt wurden. Dieses findet man heutzutage nur noch sehr selten vor, da diese Arbeit hauptsächlich von Maschinen übernommen wurde.
Auch über die Geschichte und benediktinisches Leben haben wir viel erfahren. Die Äbtissin stand uns hierbei „Rede und Antwort“. Ihr konnten wir persönliche Fragen stellen. Beim gregorianischen Choralgesang mussten wir selbst zur Tat schreiten und auf lateinisch einen Choral singen. Schwester Beate informierte uns dazu noch über die Geschichte des Chorals.

Anfangs waren wir noch skeptisch, doch schon nach einiger Zeit so gepackt, dass wir immer mehr und mehr erfahren wollten. Zwischendurch fanden wir Zeit für uns, um uns auszutauschen. Zwei Gebetseinheiten in der Kirche konnten wir auch noch mitgestalten. So beteten wir die Sext und die Non. Der Tag im Kloster war auf jeden Fall, und da sind wir uns alle einig, ein Erfolg. Der Besuch räumte grundlegend die heutigen „Klischees“, die man von einem Kloster hat, beiseite. Er hat uns sehr viel über das Leben in einem Kloster gezeigt. Wir waren überrascht, wie offen und freundlich die Nonnen zu uns waren, obwohl wir davor etwas anderes erwartet hatten.
Abschließend könnte man unsere Einstellung zum Kloster – vor und nach dem Besuch- mit dem Kommentar einer Austauschschülerin zusammenfassen. Sie meinte: „Ich dachte eigentlich, dass es langweilig werden würde und hatte eigentlich gar keine Lust. Doch jetzt, wo ich das hier alles miterlebe, bin ich sehr überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass alle so offen sind und es wirklich spannend ist, etwas über das Klosterleben zu erfahren.“
Thanh-Huyen Nguyen und
Franziska Flehmer 10bG