Kursfahrt nach Liverpool

Am Sonntagmorgen, den 30.April trafen sich zehn Schüler des 2.Semesters, von denen die meisten den Leistungskurs Englisch bei Frau Dorsel oder bei Herrn Urban besuchten, am Flughafen Schönefeld, von welchem aus die Gruppe mit EasyJet zum John Lennon Airport nach Liverpool aufbrach. Nach 2,5Stunden Flug und 1Stunde Busfahrt in der Jugendherberge angekommen hatten wir einwenig Zeit zum Erholen, bevor wir zu Herrn Urbans Studienfreund Arthur Black und seiner Frau Hillary fuhren, die uns zu einer kleinen Willkommensparty eingeladen hatten. Bei Getränken und Internationalen Gerichten verbrachten wir dort einen sehr amüsierenden sowie mit britischem Humor gefüllten Abend.

Am nächsten Tag hatte Herr Urban einen Besuch in der aus dem Mittelalter stammenden Stadt Chester angesetzt, welches etwa 45min.nördlich von Liverpool liegt und gut mit der Bahn zu erreichen ist. Vor unserer Ankunft in Chester legten wir jedoch noch einen kurzen Zwischenstopp in Port Sunlight ein, wo wir alle gemeinsam die Lady Lever Art Gallery besichtigten, ein willkommene Abwechslung zum Wetter draußen, welches sie als typisch britisch erwies und welches sich die nächsten Tage auch nicht ändern sollte.

In Chester angekommen trafen wir uns mit Hillary Black sowie mit Herrn Schneider, den wir auf der Willkommensparty kennen gelernt hatten beruflich als Stadtführer arbeitet und uns somit sogar eine kostenlose Führung durch Chester gab. Den Rest des Nachmittages hatten wir zur freien Verfügung, wobei die meisten von uns die Chance auf britisches Shopping nutzen. Zurück in Liverpool entschied die Gruppe sich indische essen zu gehen, was sich als großer Erfolg herausstellte.

Am Dienstag nahmen wir morgens an einer Vorlesung zur Stadtentwicklung an der Liverpool John Moors University teil, wo wir noch auf eine Gruppe Dortmunder Studenten trafen.

Anschließend liefen wir zum Rathaus, indem uns ein blinder Historiker eine beeindruckende Führung durch das Haus gab, welches wohl eines der Highlights der Woche war.

Zum Mittagessen waren wir in ein kleines Shoppingcenter namens "Quiggins", welches recht gruftig und punkig eingerichtet war und aus mehreren kleinen eigenen Shops bestand, eingeladen worden. Die Besitzer hatten wir wiederum auch auf der sonntägigen Willkommensparty kennen gelernt. Bei Pizza und Salaten genossen wir die ungewohnte Atmosphäre und freuten uns darüber auf unbekanntem Terrain die verschiedenen Fassetten der Stadt kennen zu lernen.

Den Abschluss dieses kulturellen Tages bot das "Marytime Museum" am legendären Albert Dock, wobei wir es wegen des Zeitmangels leider nur die Sklavenhandelausstellung besuchen konnten, durch welchen Liverpool in der Vergangenheit zu unmessbarem Reichtum gelangt war.

Mittwochmorgen trafen wir bei einer Präsentation über die Liverpooler Altstadt inklusiver einer 3stündigen Führung durch die Altstadt, wieder auf die Dortmunder Studenten, was eine recht interessante Begegnung war. Nach einer kurzen, selbst-gestalteten Mittagspause hatten wir dann einen Termin beim "Liverpool Paradise Project", welches den Bau des größten Shopping Centers Europas bezeichnet und wo wir eine spannende sowie zudem überwältigende Präsentation und Animation über das Projekt sahen. Sogar eine persönliche Besichtigung dieser riesigen Baustelle stand kurze Zeit später auf dem Programm.

Anstatt wie gewohnt essen zu gehen, entschieden wir uns die Gruppe in je fünf Mitglieder zu teilen, die dann ein Team ergaben und ein zweitägiges Kochduell zu veranstalten, welches auf Grund einer vorhandenen Gemeinschaftsküche in der Herbere möglich war. Das erste Schüler-Gekochte Abendessen stand Mittwochabend auf dem Plan. Nachdem die erste Gruppe wegen zahlreicher Einkäufe einen Einkaufswagen "ausleihen" musste, um die Lebensmittel in die 20min. entfernte Jugendherberge zu transportieren, war das dreigängige Menü bestehend aus Tomate-Mozarella-Salat und Bruschetta, Risotto mit Hähnchenbruststreifen und als Nachtisch in Honig glasierte Pfirsiche an Vanillieneis ein echter Gaumenschmaus, der er Gruppe letztendlich auch den goldenen Kochlöffel einbrachte, als sie einen Tag später zum Sieger erklärt wurden.

Der Donnerstag stand uns frei zur Verfügung war jedoch mit der Tagesaufgabe belegt, in dreier Gruppen Immigranten in Liverpool zu ihrem Leben zu befragen. Wir waren alle voller Eifer dabei und das Projekt wurde ein einzigartiger Erfolg. Der Rest des Tages wurde dann allerdings mit Souvenirshopping oder Sightseeing verbracht. Zum Abendessen kochte die zweite Gruppe ein viergängiges Menü aus Tomatensuppe, Griechischem Salat, Piroggi und Vanillieneis auf Schokoladenmousse mit frischen Bananen, Erdbeeren und Cocosnuss.

Den späteren Abend verbrachte die Gruppe dann gemeinsam in mehreren Liverpooler Bars bei Karaoke und Billard. Die darauf folgende Nacht war, wie eigentlich die ganze Woche über, mal wieder extrem kurz, was allerdings eindeutig an unseren nächtlichen Pyjamaparties lag.

Freitag fand eine Strandwanderung statt, die zwar mehrere Stunden dauert, jedoch allen viel Spaß machte, besonders da das Wetter mittlerweile sommerlich sowie sonnig war und wir alle mit mehr oder weniger Farbe nach Hause kehren konnten. Leider verpassten wir wegen der Dauer der Wanderung die geplante Hafenrundfahrt. Der letzte gemeinsame Abend wurde in einer Pizzeria und für einige andere später in der Liverpooler Innenstadt gefeiert. Keiner von uns hatte die Nacht zu Samstag geschlafen, denn morgens um vier Uhr begann das große Packen und Aufräumen, da um 5.15 Uhr die Taxis zum Flughafen ankamen. Nach kleineren Zwischenfällen am Flughafen angekommen, stiegen wir zügig ins Flugzeug und erreichten todmüde aber glücklich morgens um 10Uhr das bedeckte Berlin.

Alles in allem blicken wir alle sehr, sehr positiv auf diese Woche zurück in der wir menschlich zusammen gewachsen sind und unsere Leistungskurslehrer extrem lieb gewonnen haben, denn beide erwiesen sich als tolle Ersatzeltern, obwohl von unserer Seite aus keiner negativ aufgefallen ist und Herr Urban sich als Physiker und genialer Organisator herausstellte. Vielen Dank dafür.

Laura Blümich Juni 2006