Konzept zur „Wunschkind“-Kampagne
Immer
wieder ist in den Schlagzeilen der letzten Zeit vom so genannten
„Demographischen Wandel“ in Deutschland die Rede, die Kinderlosigkeit der
jungen Generation wird beklagt. Doch wir leben in einer Gesellschaft, in der
vor allem finanzielle Sicherheit und der schnelle Weg auf der Karriereleiter
eine Rolle spielen. Ist es da überhaupt noch möglich, mit gutem Gewissen ein
Kind großzuziehen? Und was bringt mir mehr, Geldsegen oder Kinderreichtum?
Diesen
Fragen und vielen mehr ist die Kampagne „Wunschkind
“ gewidmet. Sie
soll ein Zeichen gegen den steigenden Trend zur Kinderlosigkeit setzen und
zeigen, dass sich Kind und Karriere nicht ausschließen, sondern vielmehr
ergänzen sollten.
Ausgehend
von der Zukunftsangst vieler Jugendlicher, die sich häufig auf die
Vereinbarkeit von Familie und flexibler beruflicher Weiterentwicklung bezieht,
sollte man genau dort ansetzen.
Laut
dem Fachverband Außenwerbung (http://www.faw-ev.de) ist das Plakat zunächst eines
der effektivsten Werbemedien, da es von der Bevölkerung akzeptiert wird und
zudem durch die zunehmende Mobilität vor
allem junger Menschen eine große Reichweite besitzt. Zusammen mit einer
Platzierung an zielgruppenrelevanten Standorten ergibt sich somit eine ideale Werbestrategie,
die ansprechend und zugleich wirkungsvoll ist.
Das
Konzept zielt darauf ab, den Betrachter der Plakate durch eigene Assoziation
und Gedankenleistung mit einzubeziehen. Dies wird vor allem durch die räumliche
Trennung der zwei im Zusammenhang zu lesenden Plakate erreicht, die in Gedanken
überwunden werden muss. Eine Überraschung wird dadurch ermöglicht, dass
feststehende Assoziationen, wie die des seriösen Anzugträgers mit beruflichem
Erfolg und wenig Zeit für ein Familienleben, durch die Verknüpfung neu bewertet
werden. Durch den Text „Er ist stolz...“ wird der anfängliche, besonders an die
männliche Ehre appellierende Eindruck unterstützt, durch Beendung des Satzes mit „… auf sein Kind!“
und das Zitat des deutschen Dichters Novalis jedoch wird dieser in seiner
Wirkung verkehrt und aufgelöst.
Die
Kampagne kann außerdem um andere Motive erweitert werden. So wäre es
beispielsweise denkbar, ähnlich gestaltete Plakate im Bezug auf finanzielle
Aspekte des Kinderkriegens oder auf das traditionelle Familienverständnis
angesichts sinkender Zahlen der Langzeitbeziehungen hinzuzufügen. Auf diese
Weise spräche man jeweils andere Zielgruppen an und es wird ein großer Teil der
Bevölkerung erreicht.
Ziel
der Kampagne „Wunschkind“ ist es, ein Umdenken in den gesellschaftlichen Normen
und Konventionen anzustoßen. Sie soll die Einsicht vermitteln, dass Kinder
nicht einen Störfaktor im beruflichen Aufstieg oder eine Belastung für die
Gesellschaft darstellen, sondern diese im Gegenteil bereichern und ihre Zukunft
darstellen, wie bereits vor über hundert Jahren der irische Schriftsteller
George Bernard Shaw feststellte:
„Vielleicht der größte
gesellschaftliche Dienst, der dem Land und der Menschheit erwiesen werden kann,
ist, Kinder aufzuziehen.“
