Fast 50.000 Läufer, Skater und Rollstuhlfahrer sind am Wochenende unterwegs. Für über 9500 Schüler fällt um 15:50 Uhr der Startschuss zum Mini-Marathon.
Die blauen Streifen kündigen es schon seit einigen Tagen an,
jetzt ist es so weit: Der Berlin-Marathon 2008 ist da. Während der Hauptlauf
morgen startet, sind heute schon die Kinder unterwegs. Um 14 Uhr starten Teilnehmer
bis zum Alter von zehn Jahren beim Bambini-Lauf auf dem Gelände der Sport- und
Gesundheitsmesse Berlin Vital, im Kabelwerk, Gartenfelder Straße 28 in Spandau.
Um 15.50 Uhr geht es für 9500 Schüler ab Klasse vier auf der Potsdamer Straße
beim 20. „Mini-Marathon“ los. 4,2195 Kilometer haben sie vor sich – ein Zehntel
der Original-Marathonstrecke. Um 16 Uhr fällt der Startschuss für die Skater.
Die klassischen 42,195 Kilometer legen morgen dann mehr als 48 000 Läufer und
Rollstuhlfahrer zurück. Start ist wie in jedem Jahr auf der Straße des 17.
Juni. Durch Mitte, Charlottenburg, Wilmersdorf, Friedrichshain, Kreuzberg,
Neukölln, Tempelhof, Schöneberg, Zehlendorf und Steglitz geht es zum
Brandenburger Tor.
Der neunjährige Viktor Labitzke ist einer der 9500 Schüler, die am heutigen
Sonnabend beim Mini-Marathon mitlaufen. Seinen blauen Sportdress trägt er schon
Tage vorher, so groß ist die Vorfreude. Viktor ist Viertklässler an der
katholischen Grund- und Oberschule Salvator in Waidmannslust. 200 Mädchen und
Jungen schickt sie ins Rennen, es ist die teilnehmerstärkste Gruppe beim
diesjährigen Mini-Marathon, der von Senatsbildungsverwaltung und dem Sport-Club
Charlottenburg e.V., SCC-Running veranstaltet wird.
An den Start gehen Schüler ab der 4. Klasse entweder in zwölfköpfigen
Klassenteams oder einzeln. Über 330 Berliner Schulen haben sich angemeldet.
Auch aus dem Bundesgebiet kommen Mannschaften, und vereinzelt haben sogar
Kinder aus Polen, Dänemark, Irland und Frankreich ihre Eltern zum Marathon-Wochenende
in Berlin überredet.
„Das Laufen macht einfach total viel Spaß“, sagt Elisa Beteta-Hackel,
Neuntklässlerin an der Salvator. Auch in ihrer Freizeit läuft die 14-Jährige.
„Nach einer Runde Joggen fallen mir die Hausaufgaben viel leichter“, sagt sie.
Wie bei den Großen misst ein Chip die Zeit jedes einzelnen Läufers. Am Ende
werden die Ergebnisse der zehn besten Teammitglieder addiert: Zehn Mal 4,2195
Kilometer – zusammengenommen sind die Kleinen also einen „richtigen“ Marathon
gelaufen.
Birgit Köster ist Sportlehrerin an der Salvator und verantwortlich für die
Laufbegeisterung an ihrer Schule. „Vor fünf Jahren habe ich den Mini-Marathon
auf die Initiative einer Mutter hin als Pilotpojekt gestartet“, erzählt Köster.
Auch der 11-jährige Lorenz Kloss ist heute dabei. „Es ist echt toll, mit so
vielen anderen zu laufen“, sagt er. Ums Gewinnen gehe es ihnen nicht. „Es ist
das ganze Drumherum“, sagen die Schüler einstimmig, „und die vielen Leute, die
einen anfeuern.“ Etwas Ehrgeiz ist aber auch im Spiel: „Klar wollen wir uns
verbessern.“ Und in noch einem Punkt sind sich die Kinder einig: „Die Kekse
sind total lecker.“