Die Berliner Blockade: Die Währungsreform als Anlaß für die Blockade
Referat im Fach Politische Weltkunde von Ulrich Richter und Philipp Hessemer
 

 
Die Währungsreform 1948

Die Währungsreform von 1948 ist heute oft eng an den Begriff der deutschen Teilung gebunden, insoweit sie als einer ihrer Hauptverursacher gesehen wird, war sie doch auch das Vorspiel zum ersten großen Showdown zwischen Ost und West nach dem Zweiten Weltkrieg.



Vorgeschichte

Schon bald nach der Aufteilung Deutschlands in die vier Besatzungszonen wurde klar, wie wenig die Abkommen von Potsdam und Jalta helfen würden die ideologischen Differenzen zwischen dem kapitalistischen Westen und dem kommunistischen Osten zu verbergen. So wurde die unterschiedliche Entwicklung in den Zonen besonders an den Beispielen der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der französischen Zone deutlich. Die Sowjetunion begann schon bald mit der konsequenten Durchführung einer Bodenreform, enteigneten Großbetriebe und drängten die SPD zur Vereinigung mit der KPD. In der französischen Zone hingegen versuchte man lange jegliche überregionale politische Mitarbeit von Deutschen zu unterbinden, wobei sich Frankreich jedoch schon bald wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA diesen unterordnen mußte. In Deutschland beginnt sich die baldige Teilung der ganzen Welt abzuzeichnen. 1946 wird die Bizone aus amerikanischer und britischer Zone gebildet, welche als der Vorläufer eines westdeutschen Staates gelten kann, und Stalin begann immer weiter auch die SBZ zu einem eigenständigen Staat auszubauen, nicht um die Teilung Deutschlands herbeizuführen, sondern um sich des Einflusses auf Westeuropa zu sichern.

Aus der Überzeugung heraus, daß nur mit einem geordneten Finanzwesen die deutsche Wirtschaft wieder aufgebaut werden könne, setzen die USA 1948 eine Währungsreform im Westen durch.

Großer Andrang vor der Wechselstube im Bezirk Tiergarten
>

Wechselstube Tiergarten 




Durchführung

Die Hoffnungen, die man im Juni 1947 auf den Marshall Plan setzte, konnten nur verwirklicht werden, wenn es gelang die von Hitler beschleunigte Inflation zu stoppen. Man plante dies in der Form einer Währungsreform zu tun. Erst nach langer Vorbereitungszeit kam es schließlich zur konkreten Durchführung. Die am 20. Juni in der Trizone und am 24. Juni in West-Berlin in Kraft tretende Währungsreform umfaßte unter anderem folgende Punkte:

  • Jede Person erhält bis zu DM (Deutsche Mark) 60 Kopfgeld, soweit er in der Lage ist RM 60 einzuzahlen. Ansonsten ist der Person der entsprechende Betrag unter DM 60 zu erstatten.

  • Alles weitere Bargeld wird im Verhältnis RM:DM, 10:1 und Sparguthaben im Verhältnis 10:0,65 erstattet.

  • Alle Konten werden auf die Rechtmäßigkeit ihres Erwerbs geprüft.

  • Alle Betriebe erhalten eine Übergangshilfe, die im Höchstfall im Verhältnis 1:1 erstattet werden können.

  • Grundbesitz und Produktionsstätten behalten weiter ihren Wert entsprechend ihrer Produktivität in DM und können weiter frei gehandelt werden.

  • Alle Lastenausgleiche zugunsten von Flüchtlingen und Bombengeschädigten müssen auf später verschoben werden

  • Die Staatsschulden müssen im Verhältnis 10:1 abbezahlt werden.

  • Jegliche Art von Demontagen wird eingestellt.

  • Die Währungsreform wird durch Hilfszahlungen aus den USA dem Marshall-Plan entsprechend abgesichert.

  • Rationierungen und Zwangbewirtschaftungen entfallen bei vielen Produkten, Preiskontrollen bei allen.





Die Währungsreform zeigt also eine klare Tendenz zur freien Marktwirtschaft. Dies wird besonders in den Punkten 4, 5 und 10 deutlich.



Folgen

Die Sowjetunion nahm die Währungsreform zum Anlaß die SBZ nach der Durchführung einer eigenen Währungsreform ganz vom Westen abzuschneiden, wobei Berlin völlig isoliert wurde.

Für die junge Bundesrepublik war mit der Währungsreform und der damit verbundenen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den vereinigten Staaten der Grundstein für das Wirtschaftswunder gelegt worden. Schließlich war es gelungen der Inflation Einhalt zu gebieten und eine wirtschaftliche Anknüpfung Deutschlands an den Westen zu garantieren, die sich später zu einem engen politischen Band entwickeln sollte.

 




zurück



Katholische Schule Salvator - Referat im Fach Politische Weltkunde von Ulrich Richter und Philipp Hessemer
Illustration © 1997 Landesbildstelle Berlin
Sitedesign © 1999 Thorsten Papkalla - tpapk@gmx.net